Montag, 10. August 2009

medizinerin

heute, auf dem weg zu meinem blutbildmaler hat mich eine junge frau mit rädern untendran überschwänglich freundlich gegrüsst. ich weiss nicht genau, woher ich sie kenne. da ich aber alle leute, die ich vor der erkrankung kannte noch immer gut zuordnen kann. muss ich sie durch meinen neuen aufgabenbereich her kennen.
sie ist sicher medizinerin.
oder sie ist auch am hirn operiert und hat mich verwechselt.

Sonntag, 9. August 2009

p-p-p

heute morgen habe ich mich mal wieder auf die suche nach einem geeigneten frühstücksort gemacht. ich habe bei der ganzen lauferei sicher mehr kalorien verbrannt, als ich dann zu mir genommen habe. es gibt sicher genug orte, die mir lecker frühstück bieten würden, aber ein frühstücks-buffet ist mir im moment echt zu anstrengend - da muss man ja selber laufen und seinen teller zum tisch tragen. die anderen frühstücks-provider sind überfüllt - das kann ich momentan gar nicht vertragen. es ist noch immer eine herausforderung für mein hirn, wichtiges von unwichtigem zu trennen. es beschäftigt sich also viel mehr mit dem hintergrundgemurmel fremder leute, als es sollte. nicht, dass ich davon etwas verstehen (auditiv) könnte, aber mein hirn versucht es unentwegt. das macht ganz schön müde.
bei dem vielen spatzierengegehe fiel mir dann noch ein flohmarkt auf, den ich gern besucht hätte. aber nach dem durchqueren dieser menschenmassen auf solchen veranstaltungen, bin ich schon so genervt, dass ich mich selber freue, keinen zugang zu massenvernichtungswaffen zu haben.
auf meinem weg wurden allerorts plakate von einem spd-politiker aufgehängt, der relativ offensichtlich seine haare nicht färbt.
plakate, plakate, plakate - geht das wieder los...!!
als es nach einigen kilometern definitiv zu spät zum frühstücken war, kehrte ich bei einem ruhigen asiaten ein, und bestellte crunchy ente in erdnuss. sehr angenehm wenig mitesser und alle ungemein schweigsam.
leider war die ente wieder zwar lecker crunchy, aber ungemein fett.
aber alles andere habe ich aufgegessen, und erziehungskonform natürlich auch etwas ente gegessen - lag ja auf dem teller.
mittagessen kann ich abhaken. frühstücken tu ich dann heute abend.
nach dem essen ging ich dann in meine wohnung.
siehe da! während alle anderen strassenlaternen diesen spd-politiker tragen, der relativ offensichtlich seine haare nicht färbt, tragen die schilder meiner strasse piratenparteiplakate.
so, ich zieh nun mein rüschenhemd an, packe meinen degen ein und rudere zum abendessen.

Samstag, 8. August 2009

das war knapp II

ich mache mich nun also auf, zu dem laden in dem ich während der chemo fast immer frühstücke. freue mich schon auf den besonders wohlschmeckenden käse.
'blöde freizeitgesellschaft', denke ich, 'der scheint um neun noch nicht geöffnet zu haben.'.
das schild neben dem eingang verkündet stolz die öffnungszeiten, die wochentags ab acht uhr beginnen. wo ist mein rechner? weiss mein handy das? ja, mein handy weiss es - aber nur indirekt. ich lasse es eine sprechverbindung zu meiner mutter aufbauen, und frage diese: 'sachma, welchen wochentag haben wir heute?'.
'samstag!'
das schild neben dem eingang lacht mich mit einem breiten 'samstag & sonntag geschlossen' aus.
ich stecke mir kopfhörer ein, um für den rückweg gewappnet zu sein. schon fangen Herman's Hermits an, mich zu verhöhnen: 'How could they know just what this message means
The end of my hopes, the end of all my dreams
'
versuche auf dem weg noch andere frühstücksplätze zu finden. fehlanzeige!
jetzt sitz ich zu hause, und wenn ich meine tränen weggewischt habe, versuch ich mal hier cornflakes zu essen.
so ich denn über ausreichend milch verfüge.

das war knapp

bevor ich zum abendessen gehe, schau ich nochmal zum rechner, dachte ich bei mir, bevor dessen uhr mir mitteilte, dass ich besser frühstücken gehen sollte.
das mach ich jetzt auch.

Mittwoch, 5. August 2009

den schein wahren

heute morgen war mir schlagartig direkt nach dem aufwachen langweilig. den tag mit einem frühstück zu beginnen erschien mir zu gewöhnlich für ein wunder des lebens wie mich.
vielleicht gehe ich mal zu einer domina.
man vermisst es richtig, misshandelt zu werden,
denn in meiner strasse hat ein neuer bäcker eröffnet, der das berliner servicegesetz wohl nicht kennt. statt möglichst lange geschäftig zu tun und den konzentriert den tresen zu wischen, während der kunde ignoriert wird, grüssen diese brotversorger gleich wenn jemand den laden betritt.
und das auch noch freundlich!
statt dann mit einem herausforderndem kopfnicken mitzuteilen, dass man sein begehr nun mitteilen dürfe, wird man danach gefragt.
nicht allein höflich - nein, auch noch freundlich!
nur gut, dass ich heute noch zur postbank musste, um etwas geld auf mein konto einzuzahlen. ich brachte ein paar mit einem gummiring zu einer rolle gebundenen scheine mit, die ich nur zu gern auf mein konto dort eingezahlt hätte.
mir wurde vorerst nur befohlen, die scheine zu glätten.
wenn die nicht glatt sind, können die nicht maschinell gezählt werden.
puhh, da wurde ich mal wieder richtig schön zusammengefaltet!

aber jetzt habe ich gelernt, immer schön den schein zu wahren.

Montag, 3. August 2009

paranoia

wenn man über die entsprechenden buchstabennudeln verfügt oder ein geschickter nudelbieger ist, kann man die worte 'capitano' und 'zanahoria' auf einer wachstischdecke auslegen, sofern man eine wachstischdecke zur hand hat.
wenn man diese nudeln dann mit der hand von der wachstischdecke in eine kleine mit suppe gefüllte schüssel fegt, und ein guter umrührer ist, wird man nach einigem rühren die worte:
'paranoia', 'chaot' und 'nazi' am tellerrand lesen können.
hiervon möchte ich mich hiermit ausdrücklich distanzieren!

kurzurlaub

am wochenende hatte ich einen reizenden kurzurlaub. ein guter alter admiralo ist ein guter noch älterer admiralo geworden, und gab aus diesem grund einen aus. ich hatte extra den arzt nicht gefragt, ob ich alkohol trinken darf, weil ich davon ausging, dass er falsch antworten würde.
das ist ein system, dass ich selbst noch als kleiner marinero selbst entwickelte:
'mama, darf ich den pfeiler in meinem zimmer auch anstreichen?'
'nein, das ist soo schönes holz...'
'hab ich aber schon!'
man stelle sich vor, ich hätte vorher gefragt.
vorher fragen ist nicht selten contraproduktiv.
in sexuellen angelegenheiten ist es das gleiche, dort gebietet aber die höflichkeit*, zu fragen, sowie auch eine antwort abzuwarten.
den weiten rückweg aus dem kurzurlaub bestritt ich als mitfahrer in einem fremden auto. in diesem auto sassen sieben weibliche menschen und ich.
sicher haben andere autofahrer angenommen ich käme von einem ausgedehnten shopping-urlaub aus rumänien zurück.
heute habe ich einen arzt gefragt, ob ich alkohol trinken dürfe.
ich lernte, dass ich ihn auch vorher hätte fragen können.
glauben tu ich ihm nicht - er ist ja nur mein blutkörperchenzähler.
ich lernte generell recht viel am wochenende. bemerkenswert fand ich, dass asiaten in anderen grossstädten besser kochen können. ich habe gerade heute extra noch einmal am wohnort eine probe genommen. dabei ist streng genommen mein wohnort räumlich näher an asien, als mein kurzurlaubsort.

* und die gesetzeslage